Wofür braucht man Kratzbäume?

Nur wenige Tiere sind so sehr an die Nähe des Menschen gewöhnt wie Katzen. Und anders als Hunde, die mehrmals täglich die Aufmerksamkeit ihrer Halter in Anspruch nehmen, können sich Katzen durchaus selbst beschäftigen. Damit sind Hauskatzen ideale Wohnungstiere. Wer die Anschaffung einer Samtpfote plant, darf dabei aber nicht aus den Augen verlieren, dass auch Hauskatzen gewisse Bedürfnisse haben ganz abgesehen von Fressen und Schlafen.

Die Krallen einer Katze müssen gepflegt werden

Ein wichtiger Aspekt der Haltung von Stubentigern betrifft die Pflege der Krallen. Wie bei uns Menschen Finger- und Fußnägel wachsen bei Katzen die Krallen im Lauf des Lebens immer weiter. Damit diese nicht zu lang werden und am Ende Probleme bereiten, müssen Katzen ihre Krallen in regelmäßigen Abständen abwetzen. In der Natur übernehmen Bäume und Holzreste die Aufgabe der „Krallenpflege„. In den menschlichen Wohnungen findet sich fast überall eine Alternative dazu, in Form des Mobiliars.

Oft aus Holz und mit Stoff bespannt, sind Couch und Sessel ideal, um daran die Krallen abzuwetzen. Deren Besitzer ist allerdings alles andere als erfreut und begibt sich auf die Suche nach einer Alternative. Letztendlich landen Katzenhalter immer wieder beim Kratzbaum. Dahinter verbirgt sich eigentlich nichts anderes als ein mit Sisal umwickelter Pfahl, der auf einer Grundplatte montiert wird. Für den Zweck der Krallenpflege ist diese Konstruktion mehr als ausreichend.

Allerdings alles andere als ein schickes Wohnaccessoire. Und selbst die Wohnungskatze dürfte diesen Kratzbaum wenig interessant finden. Daher haben sich im Lauf der Zeit die unterschiedlichsten Formen des Katzenkratzbaums entwickelt. Plattformen bieten Platz für Ruhephasen, kleine Höhlen können als Schafplatz dienen und Hängematten laden die Katze zum Dösen ein. Ein Kratzbaum ist heute also mehr ein multifunktionaler Einrichtungsgegenstand für Katzenhalter.

Daher sollte die Auswahl eines Exemplars für den tierischen Mitbewohner auch gut überlegt sein. Schließlich muss er über Jahre seinen Nutzen unter Beweis stellen.

Was ist ein Kratzbaum?

Erfahrene Katzenhalter kennen den Begriff Kratzbaum und wissen um dessen Bedeutung für die Katzenhaltung. Laien stoßen beim Thema Kratzbaum allerdings schnell an ihre Grenzen. Ein Grund dafür ist sicher die Tatsache, dass mit dem Leben in der Stadt auch der Bezug zu den natürlichen Bedürfnissen der Tiere in unserer Umgebung verloren gegangen ist. Wozu dient also ein Kratzbaum? Und was verbirgt sich hinter diesem Begriff?

Eigentlich sagt der Name schon alles über die Funktion eines Kratzbaums. Er dient dem Wetzen der Krallen von Hauskatzen. Steht dem Stubentiger ein großer Garten mit Bäumen oder Holzpfählen zur Verfügung, werden die Krallen daran abgewetzt. Dieser Vorgang ist vollkommen natürlich und für Katzen nicht ungewöhnlich. Selbst große Raubkatzen wetzen ihre Krallen in der freien Natur ab.

Und nutzen dazu Äste oder freistehende Bäume. Im ersten Moment könnte man vielleicht denken, dahinter steckt ein angeborenes Verhalten zum Markieren des Reviers. Tatsächlich dient das Kratzen aber der Tiergesundheit. Da Wohnungskatzen diese Möglichkeit fehlt, muss der Halter für einen Ersatz zum Abwetzen der Krallen sorgen, in Form des Kratzbaums. Dieser besteht in der Regel aus einzelnen oder je nach Ausführung mehreren senkrechten Pfählen, die mit Sisal oder Stoff umwickelt sind.

Mittlerweile bietet der Fachhandel unterschiedlichste Kratzbäume, was die Zahl der Pfähle sowie deren Höhe betrifft. Durch die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten bietet der Kratzbaum Möglichkeiten, dem Stubentiger eine abwechslungsreiche Umgebung zu gestalten. Schließlich wollen auch Wohnungskatzen beschäftigt werden. Überall dort, wo mehrere Hauskatzen in der Wohnung gehalten werden, sollte der Kratzbaum daher entsprechend groß ausfallen.

Erstrecken sich Kratzbäume über mehrere Ebenen mit Verstecken und Ruheplattformen, spricht man auch vom Kletterbaum. Beide Kratz- und Kletterbäume können handwerklich versierte Katzenliebhaber auch in Eigenregie herstellen. Wichtig ist dabei aber die Verwendung unbehandelter Hölzer sowie ein ausreichend sicherer Stand des Kratzbaums.

Wofür einen Kratzbaum?

Immer wieder hört man davon, dass zukünftige Katzenbesitzer auch einen Kratzbaum anschaffen sollten. Warum eigentlich? Im ersten Moment ist man versucht, diese Frage mit der Beschäftigung des Stubentigers zu beantworten. Dahinter verbirgt sich aber nur die halbe Wahrheit. Denn ein Kratzbaum sorgt nicht nur für Spiel, Spaß und Spannung. Vielmehr schont er die Nerven der Katzenhalter, deren Mobiliar und ist wichtig für die Gesundheit der Katzen.

Beobachtet man Katzen egal, ob Hauskatze, Luchs oder Großkatze, so fallen nach kurzer Zeit zwei Dinge auf:

  • Punkt 1: Katzen halten sich gern in einer etwas erhöhten Position auf. Klar – schließlich sind Katzen auch Raubtiere und daher auf die Beobachtung ihrer Umgebung angewiesen.
  • Punkt 2: In freier Wildbahn wetzen Katzen ihre Krallen immer wieder an Bäumen und großen Ästen.

Dies hat einen einfachen Grund. Damit halten die Stubentiger und ihre großen Verwandten die Krallen kurz. Nimmt man einer Wohnungskatze die Möglichkeit des Krallenwetzens, tauchen früher oder später gesundheitliche Probleme auf. Die Krallen werden immer länger und verwachsen früher oder später im Fleisch der Samtpfoten. Das Abwetzen der Krallen an Bäumen, Holz oder einem Kratzbaum ist daher durchaus vergleichbar mit der menschlichen Nagelpflege.

Da das Abwetzen der Krallen zum natürlichen Verhaltensmuster der Katzen gehört, wird auch klar, warum ein Kratzbaum für Wohnungskatzen so ungemein wichtig ist. Fehlen die natürlichen Möglichkeiten, wird auf Möbel und andere Einrichtungsgegenstände ausgewichen. Daher sollten interessierte Katzenhalter unbedingt zum Kratzbaum greifen und ihre Katze bereits früh daran gewöhnen.

Die Ausmaße des Kratzbaums müssen natürlich auf die Wohnungsgröße zugeschnitten sein. Ausgestattet mit kleinen Plattformen auf unterschiedlichen Höhen und einer Rückzugsmöglichkeit, ist der Kratzbaum zudem ideal, um eine Katze über den Tag zu beschäftigen. Der Clou: Am Kratzbaum lässt sich auch Spielzeug anbringen, was das Interesse des Stubentigers sicher noch steigern wird. Um dem Kratzbaum einen individuellen Charakter zu geben, werden Haustierhalter gern zum Heimwerker. Der DIY-Kratzbaum darf in puncto Sicherheit und Stabilität den Exemplaren aus dem Fachhandel aber in nichts nachstehen. Wer allerdings keinen Kratzbaum selbst anfertigen möchte kann sich auch hier einen guten Kratzbaum kaufen.